Das Mainau-Blumenjahr vom 25. März bis 23. Oktober 2011
Bilder einer Welt, die uns so vertraut und doch unwirklich fern scheint aber an die wir uns gerne mit diesem unbeschreiblichen Gefühl der Unbekümmertheit eines Kindes erinnern. Der Großvater hat sie erlebt und genau so lebendig hat er beschrieben, wie das erste Auto die Dorfstraße entlangfuhr und alle Kinder heraneilten oder wie in der Zeitung über einen neuen Raddampfer berichtet wurde, mit dem die hohe Gesellschaft fuhr. Bei seinen Erzählungen lockte uns der frische, süße Duft von Großmutters Zwetschgenkuchen nach altem Rezept. 2011 wird die gräfliche Blumeninsel zu einer Welt, in der die Besucher in diese Zeit eintauchen können – mit ländlich-romantischen Stimmungen, fast vergessenen Pflanzen und traditionellen Bräuchen.
Üppiger Blütenflor das ganze Jahr über, ein Park mit einem über 150 Jahre alten Baumbestand, die barocke Pracht von Schlossanlage und Kirche, dazu der mediterrane Charakter - das ist die Mainau, die Blumeninsel im Bodensee. Graf Lennart Bernadotte († 2004), Urenkel von Großherzog Friedrich I. von Baden, gestaltete den verwilderten Park zu einem Blumen- und Pflanzenparadies um. Die heutige Bernadotte-Generation ist bestrebt, für Besucher aus aller Welt eine Oase der Naturschönheit, Harmonie und Entspannung immer wieder neu zu schaffen. Mit einem den Jahreszeiten folgenden Blütenreigen, einem der größten Schmetterlingshäuser Deutschlands sowie den außergewöhnlichen Abenteuerspielplätzen „Wasserwelt“ und „Blumis Uferwelt“ im Kinderland und weiteren Besonderheiten ist die Mainau die größte Touristenattraktion am Bodensee.
Blumenjahr 2011
Traditioneller Start ins Mainau-Blumenjahr ist die Orchideenschau im Palmenhaus, die als eine der bedeutendsten Ausstellungen dieser Art in Europa gilt. 2011 steht ein bekanntes Kinderlied Pate für die Schau, die vom 25. März bis zum 8. Mai 2011 mit dem Titel „Auf der Mauer, auf der Lauer sitzt ’ne Orchidee“ im Palmenhaus der Mainau stattfindet. Doch während in dem Kinderlied die als Pflanzenschädling bekannte Wanze die Hauptrolle spielt, rückt bei der Schau im Palmenhaus die Orchidee in den Vordergrund: Gestaltungselemente sind Mauern und Türme aus Tuff, die von den Orchideen bevölkert werden. Im Zentrum steht in diesem Jahr die Orchideen-Gattung Cattleya. Mit einem Meer aus feurigen Farben und betörenden Düften lockt die Frühjahrsblüte ins Freie. Über eine Million Tulpen, Narzissen und Hyazinthen säumen ab April die Frühlingsallee und die Beete auf der Mainau. Wenn die erste warme Brise die Düfte der farbigen Blumenpracht über die Insel weht und die noch schneebedeckten Alpengipfel aus dem stahlblauen Bodensee ragen hat der Besucher das Gefühl, dass er förmlich „rot riechen“ oder „azur schmecken“ kann. Ein Highlight im Blumenjahr ist alljährlich der Rosenmonat Juni. Auf der Mainau präsentiert sich die Königin der Blumen in mehr als 1.200 Sorten entlang der Promenade der Wild- und Strauchrosen und im Italienischen Rosengarten, der bereits 1871 von Großherzog Friedrich I. von Baden am Fuß des Schlosses angelegt wurde. Die Dahlienblüte im Ufergarten kündigt farbenfroh den Herbst an. Über 12.000 Dahlien in mehr als 250 Sorten entfalten ein wahres Blütenfeuerwerk und wetteifern um die Gunst der Besucher.






