Fantasie, handwerkliches Geschick und jede Menge Bodensee: Die Gewinner des 1. Mainauer Vogelscheuchen-Wettbewerbs stehen fest. Unter 25 außergewöhnlichen „Seegestalten“ überzeugten „Die Nymphen und der verschwundene Trank“ des Gymnasiums Überlingen und „Quariel, die Uferwächterin“ der THW Jugend Konstanz e. V. die Jury und sicherten sich jeweils den ersten Platz. Die Entscheidungen an der Spitze fielen denkbar knapp aus. Die Preisverleihung fand am 4. Oktober 2026 im Rahmen des Gräflichen Schlossfestes statt.
Unter dem Motto „Seegestalten“ waren Schülerinnen und Schüler der 5. und 6. Klassen sowie Vereine aus der internationalen Bodenseeregion aufgerufen, fantasievolle Vogelscheuchen zu gestalten, inspiriert von geheimnisvollen, sagenhaften oder tierischen Wesen im und rund um den Bodensee. Bewertet wurden Kreativität und Originalität, handwerkliche Umsetzung und Dauerhaftigkeit, der Bezug zum Thema sowie der Gesamteindruck.
Eine Jury aus Vertreterinnen und Vertretern der Mainau GmbH sowie Autorin Gaby Hauptmann und Landrat Zeno Danner nahm die 25 ausgestellten Arbeiten unter die Lupe. Dabei lagen insbesondere die bestplatzierten Beiträge dicht beieinander.
Ein Märchen reist über den Bodensee
Den ersten Platz in der Kategorie „Schulen“ belegt die damalige Klasse 5a, heute 6a, des Gymnasiums Überlingen mit „Die Nymphen und der verschwundene Trank“. Das Vogelscheuchen-Ensemble erzählt ein von Schülerinnen der Klasse selbst geschriebenes Märchen und macht dessen Figuren und Handlung dreidimensional erlebbar.
Schon der Weg zur Ausstellung war außergewöhnlich: Das Ensemble reiste von Überlingen über den Bodensee zur Mainau und wurde mit einem privaten Schiff direkt am Mainauer Hafen angeliefert. Jurymitglied Gaby Hauptmann zeigte sich von der Arbeit beeindruckt und bezeichnete sie als „einfach grandios“.
Nur einen Punkt dahinter landete „Craspella vom Bodensee“ des Teams 5 violett der GMS Ratoldus Radolfzell auf Platz zwei. Die Figur ist nach Craspedacusta sowerbii benannt, der laut Projektbeschreibung einzigen im Bodensee vorkommenden Quallenart. Als „Quallenkönigin“ beschützt Craspella Tiere und Pflanzen im und rund um den See – und vermittelte damit auch der Jury noch Wissenswertes über einen wenig bekannten Bewohner des Bodensees.
Den dritten Platz belegt die „Seeprinzessin“ der Pestalozzischule Markdorf. Bei ihrer Gestaltung kamen zahlreiche textile Techniken vom Filzen und Häkeln bis zum Knüpfen und Sticken zum Einsatz. Accessoires aus alten Kleidungsstücken, Vorhängen und Rettungsdecken greifen zudem den Upcycling-Gedanken auf. Die Jury würdigte die Arbeit als gelungenes Teamwork mit vielen Ideen.
„Quariel“ wird beste Seegestalt der Vereine
In der Kategorie „Vereine“ setzte sich die THW Jugend Konstanz e. V. mit „Quariel, die Uferwächterin“ durch. Die fantasievolle Figur zwischen Mensch und See verbindet Treibholz, Muscheln und alte Fischernetze. Selbst die invasive Quagga-Muschel wird Teil ihrer Gestalt – und damit zum Sinnbild für die stetigen Veränderungen des Bodensees.
Mit nur geringem Abstand folgt auf Platz zwei „Kuck Vadis“ des Fanfarenzugs Kuckuck Litzelstetten. Der Name spielt auf „Quo vadis?“ an und steht für den Weg zu mehr Nachhaltigkeit. Treibholz und Recyclingmaterial treffen bei der Figur unter anderem auf Stoßdämpferfedern und einen 3D-gedruckten Kopf.
Platz drei geht an die „Frichtle-Scheuche“ des Fanfarenzugs Konstanzer Frichtle e. V. Die für die Mainau gebaute Figur lehnt sich an das Fasnachtskostüm des Vereins an und nimmt mit einem Augenzwinkern das Thema Kormorane am Bodensee auf.
Die drei Erstplatzierten jeder Kategorie erhalten 750, 500 beziehungsweise 250 Euro für ihre Klassen- oder Vereinskasse.
2027 kommen Dinos, Drachen und Urzeitwesen
Das neue Motto steht bereits fest: „Dinos, Drachen, Urzeitwesen“. Weitere Informationen zur Ausschreibung und Bewerbung folgen in Kürze. Bis dahin können die „Seegestalten“ des diesjährigen Wettbewerbs noch bis zum 18. Oktober 2026 auf der Insel Mainau entdeckt werden.
Weitere Informationen: www.mainau.de